Einem spanischen Team ist ein bahnbrechender Erfolg im Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs, eine der tödlichsten Krebsarten, gelungen. In den Veröffentlichungen der US-amerikanischen National Academy of Sciences beschreiben die Forscher eine Dreifachtherapie, die Tumore bei Mäusen verkleinern oder sogar vollständig eliminieren kann – und das über mehr als 200 Tage ohne Rückfall. Diese Zeitspanne wird von Experten als „außergewöhnlich“ eingestuft.
Die Strategie beruht auf der Blockierung des KRAS-Gens, das in 90 % der Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs mutiert ist, auf drei Ebenen: mit einem Inhibitor, der sich derzeit in klinischen Studien befindet, einem bereits gegen bestimmte Lungenkrebsarten eingesetzten Medikament und einem noch experimentellen Proteinabbauer.
Trotz der Begeisterung mahnen die Wissenschaftler zur Vorsicht. „Die Wirksamkeit und die fehlende Toxizität beim Menschen müssen noch bestätigt werden, was Jahre dauern wird“, erklärt Yvan Martineau, Spezialist für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Studienleiter Mariano Barbacid weist zudem darauf hin, dass einige der Moleküle noch nicht für die klinische Anwendung zugelassen sind.
Dieser Durchbruch kommt zu einem Zeitpunkt, an dem neue, auf KRAS abzielende Therapien zwar das Überleben leicht verbessern, aber weiterhin durch Resistenzen eingeschränkt sind. Länger anhaltende Tumorantworten könnten letztendlich die Zahl der operablen Patienten erhöhen und deren Lebenserwartung verlängern.
Pascal Lemontel
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