In ihrem Jahresbericht fordert die französische Krankenversicherung (Assurance Maladie) ein Verbot des Tabakverkaufs für alle nach 2009 Geborenen mit dem Ziel, eine „tabakfreie Generation“ zu schaffen. Sie orientiert sich dabei am Vereinigten Königreich, das kürzlich als zweites Land eine ähnliche Maßnahme ergriffen hat. Laut Generaldirektor Thomas Fatôme reichen die derzeitigen Maßnahmen (Preiserhöhungen, Warnhinweise) im Vergleich zu den Ergebnissen der europäischen Nachbarländer nicht aus.
Die Versicherung will außerdem die Nährwertkennzeichnung (Nutri-Score) auf verpackten Produkten verpflichtend machen und den Grad der Ultraverarbeitung angeben. Für Samira Lehaine, Vorsitzende des Verwaltungsrats von Cnam, muss Prävention Priorität haben, da sie eine entscheidende Investition für das kommende Jahrzehnt darstellt.
Der Bericht stellt fest, dass das Defizit der nationalen Krankenversicherung voraussichtlich 2026 13,8 Milliarden Euro erreichen, 2027 auf 15 Milliarden Euro und 2029 auf 17 Milliarden Euro ansteigen wird.
Zu den weiteren vorgeschlagenen Maßnahmen gehört die Helmpflicht für Radfahrer und Fahrer von motorisierten Pkw ab 12 Jahren als Reaktion auf die steigenden Unfallzahlen (plus 7,6 % im Jahr 2024, eine Verdopplung seit 2017). Die nationale Krankenversicherung schlägt außerdem eine landesweite Pneumokokken-Impfkampagne für über 65-Jährige vor, da weniger als 20 % dieser Altersgruppe geimpft sind und die Kosten der damit verbundenen Infektionen jährlich über 2,7 Milliarden Euro betragen.
Im Hinblick auf Kosteneinsparungen empfiehlt der Bericht eine Reduzierung der Eskalation von Krebsbehandlungen, ohne die Behandlungsergebnisse zu beeinträchtigen, sowie eine Überprüfung der Verschreibungsrichtlinien für Vyndaqel, eines der teuersten Medikamente für die nationale Krankenversicherung. Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, bis 2030 jährliche Einsparungen in Höhe von 3,9 Milliarden Euro zu erzielen, um die Nachhaltigkeit des Systems zu gewährleisten.
Frank Verain
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